🚀 Wir haben unser Büro gekündigt. Und nein – es läuft nicht schlecht. Im Gegenteil.
Der Schlüssel klackte ein letztes Mal im Schloss. Donnerstag, später Nachmittag. Draußen regnete es, drinnen war es still. Ungewohnt still für einen Ort, an dem fast ein Jahrzehnt lang gelacht, diskutiert und manchmal auch geflucht wurde.
Wir standen in unserem leeren Büro und es fühlte sich falsch an. Und gleichzeitig so verdammt richtig.
Die Geschichte eines Abschieds, der keiner ist
2016 bezogen wir unser erstes eigenes Büro. Vier Schreibtische, eine Kaffeemaschine, die mehr Krach als Kaffee machte, und jede Menge Träume. Drei Jahre später dann der Umzug – mehr Platz für mehr Menschen. Bis zu acht Kolleginnen und Kollegen teilten sich hier den Raum, die Ideen und manchmal auch die Pizza vom Italiener um die Ecke.
Hier haben wir gefeiert, wenn ein Projekt durch die Decke ging. Hier haben wir uns gegenseitig aufgebaut, wenn mal wieder alles schiefzulaufen schien. Hier entstanden Freundschaften, die über den Feierabend hinausgehen.
Und trotzdem haben wir die Kündigung unterschrieben.
Warum wir loslassen, was wir lieben
Die Pandemie hat uns allen eine Lektion erteilt: Büros sind keine Voraussetzung für gute Arbeit. Sie sind eine Option. Eine von vielen.
Bei uns war es wie bei so vielen anderen auch. März 2020 – alle ins Homeoffice. Nur für ein paar Wochen, dachten wir. Daraus wurden Monate. Jahre. Und irgendwann merkten wir: Es funktioniert ja. Sogar besser als vorher.
Die Talente sitzen überall – nur nicht unbedingt in Frankfurt
Nach der Pandemie haben wir unsere Einstellungspolitik komplett über den Haufen geworfen. Früher suchten wir im Umkreis von 50 Kilometern. Heute? Heute arbeiten unsere besten Leute aus München, Hamburg, dem Schwarzwald und sogar aus Spanien.
Die Rechnung ist simpel: Warum sollten wir uns auf eine Handvoll Kandidaten beschränken, wenn wir aus ganz Europa wählen können? Warum sollte ein brillanter Entwickler aus Berlin zu uns nach Frankfurt ziehen müssen? Spoiler: Muss er nicht.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
In den letzten zwölf Monaten zählten wir die Tage, an denen mehr als zwei Personen gleichzeitig im Büro waren. Das Ergebnis: 23 Tage. Bei 250 Arbeitstagen im Jahr.
Unsere Kundentermine? Zu 95 Prozent virtuell. Die Kunden sitzen in Stuttgart, Zürich oder Wien – ein kurzes Teams-Meeting ist für alle Beteiligten praktischer als eine mehrstündige Anreise.
22.500 Euro Jahresmiete für 23 Tage Nutzung. Das sind fast 1.000 Euro pro Bürotag. Für dieses Geld können wir Besseres tun.
Was wir stattdessen mit dem Geld machen
Unternehmertum bedeutet, Ressourcen klug einzusetzen. Sentimentalität ist schön, aber sie zahlt keine Rechnungen und bringt keine Innovation.
Das gesparte Budget fließt ab sofort in:
Team-Events, die wirklich verbinden
Statt täglich nebeneinander zu sitzen und doch jeder in seinen Bildschirm vertieft zu sein, treffen wir uns gezielt. Quartalsweise Offsites, bei denen wir nicht nur arbeiten, sondern auch Zeit füreinander haben. Workations, bei denen wir gemeinsam neue Orte entdecken und dabei kreativ werden.
Weiterbildung, die weiterbringt
Konferenzen, Workshops, Zertifizierungen – all das, was unser Team noch stärker macht. Was früher ins Büro floss, investieren wir jetzt in Köpfe.
Marketing, das wirkt
Eine professionelle Webentwicklung kostet Geld. Gutes Marketing auch. Beides war bisher oft das erste Opfer, wenn das Budget knapp wurde. Das ändert sich jetzt.
Remote-First ist mehr als ein Buzzword
Seit dem 20. November 2024 sind wir offiziell eine Remote-First Company. Nicht Remote-Only – das ist ein wichtiger Unterschied.
Wir zwingen niemanden ins Homeoffice. Wer sich mit anderen treffen will, bucht einen Meetingraum im Coworking Space. Wer lieber von zu Hause arbeitet, tut das. Wer mal eine Woche aus Barcelona arbeiten möchte? Solange die Rahmenbedingungen stimmen – nur zu.
Die Infrastruktur steht
Cloud-basierte Systeme hatten wir schon vorher. Sichere VPN-Verbindungen auch. Die Tools für virtuelle Zusammenarbeit sowieso. Der Schritt war technisch gesehen ein Kinderspiel.
Kulturell war es eine größere Umstellung. Aber auch die haben wir gemeistert. Daily Stand-ups funktionieren virtuell genauso gut. Pair Programming über Screen-Sharing? Kein Problem. Brainstorming-Sessions? Mit den richtigen Tools sogar produktiver als am Whiteboard.
Was wir dabei lernen
Remote arbeiten ist nicht für jeden. Manche Menschen brauchen die klare Trennung zwischen Büro und Zuhause. Andere vermissen den Flurfunk. Wieder andere kämpfen mit der Selbstdisziplin.
Wir haben gelernt: Kommunikation ist alles. Überkommunikation fast noch besser. Wer remote arbeitet, muss proaktiv sein. Sich melden, wenn etwas nicht stimmt. Fragen stellen, auch wenn sie banal erscheinen. Präsent sein, auch ohne physische Präsenz.
Die Vorteile überwiegen
Keine Pendelzeiten mehr. Flexiblere Arbeitszeiten. Bessere Work-Life-Balance. Zugang zu Talenten europaweit. Geringere Fixkosten. Mehr Budget für Dinge, die zählen.
Die Liste ist lang. Und sie wird täglich länger.
Der emotionale Preis
Natürlich tut es weh. Natürlich ist da Wehmut. Der Konferenzraum, in dem wir unzählige Strategien entwickelt haben. Die Küche, in der die besten Ideen beim zweiten Kaffee entstanden. Der Balkon, auf dem wir im Sommer die Mittagspause verbracht haben.
Aber Fortschritt bedeutet manchmal, Vertrautes hinter sich zu lassen. Nicht, weil es schlecht war. Sondern weil etwas Besseres wartet.
Was bleibt
Die Menschen bleiben. Die Beziehungen bleiben. Die gemeinsame Vision bleibt. Nur die vier Wände sind weg.
Und ehrlich gesagt: Die Wände waren nie das, was GOLLE IT ausgemacht hat. Es waren immer die Menschen. Die Ideen. Die Leidenschaft für gute Software und innovative Lösungen.
Ein Blick nach vorn
In fünf Jahren werden wir auf diese Entscheidung zurückblicken und wissen: Es war der richtige Schritt zur richtigen Zeit. So wie wir heute auf die Gründung 2016 zurückblicken und denken: Gut, dass wir es gewagt haben.
Remote-First macht uns nicht zu einem gesichtslosen Unternehmen. Im Gegenteil. Es macht uns menschlicher. Flexibler. Näher an dem dran, was wirklich zählt.
Wir investieren nicht mehr in Quadratmeter. Wir investieren in Zukunft. In unser Team. In Technologie, die einen Unterschied macht.
Das Büro ist Geschichte. GOLLE IT fängt gerade erst an.
Sie überlegen auch, Ihre Arbeitsweise zu transformieren? Lassen Sie uns darüber sprechen, wie moderne Technologie und flexible Strukturen Ihr Unternehmen voranbringen können. Kontaktieren Sie uns – egal von wo aus Sie gerade arbeiten.
