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🚀 Wir haben unser BĂŒro gekĂŒndigt. Und nein – es lĂ€uft nicht schlecht. Im Gegenteil.

Joey Welsche
26. November 2025
🚀 Wir haben unser BĂŒro gekĂŒndigt. Und nein – es lĂ€uft nicht schlecht. Im Gegenteil.

🚀 Wir haben unser BĂŒro gekĂŒndigt. Und nein – es lĂ€uft nicht schlecht. Im Gegenteil.

Der SchlĂŒssel klackte ein letztes Mal im Schloss. Donnerstag, spĂ€ter Nachmittag. Draußen regnete es, drinnen war es still. Ungewohnt still fĂŒr einen Ort, an dem fast ein Jahrzehnt lang gelacht, diskutiert und manchmal auch geflucht wurde.

Wir standen in unserem leeren BĂŒro und es fĂŒhlte sich falsch an. Und gleichzeitig so verdammt richtig.

Die Geschichte eines Abschieds, der keiner ist

2016 bezogen wir unser erstes eigenes BĂŒro. Vier Schreibtische, eine Kaffeemaschine, die mehr Krach als Kaffee machte, und jede Menge TrĂ€ume. Drei Jahre spĂ€ter dann der Umzug – mehr Platz fĂŒr mehr Menschen. Bis zu acht Kolleginnen und Kollegen teilten sich hier den Raum, die Ideen und manchmal auch die Pizza vom Italiener um die Ecke.

Hier haben wir gefeiert, wenn ein Projekt durch die Decke ging. Hier haben wir uns gegenseitig aufgebaut, wenn mal wieder alles schiefzulaufen schien. Hier entstanden Freundschaften, die ĂŒber den Feierabend hinausgehen.

Und trotzdem haben wir die KĂŒndigung unterschrieben.

Warum wir loslassen, was wir lieben

Die Pandemie hat uns allen eine Lektion erteilt: BĂŒros sind keine Voraussetzung fĂŒr gute Arbeit. Sie sind eine Option. Eine von vielen.

Bei uns war es wie bei so vielen anderen auch. MĂ€rz 2020 – alle ins Homeoffice. Nur fĂŒr ein paar Wochen, dachten wir. Daraus wurden Monate. Jahre. Und irgendwann merkten wir: Es funktioniert ja. Sogar besser als vorher.

Die Talente sitzen ĂŒberall – nur nicht unbedingt in Frankfurt

Nach der Pandemie haben wir unsere Einstellungspolitik komplett ĂŒber den Haufen geworfen. FrĂŒher suchten wir im Umkreis von 50 Kilometern. Heute? Heute arbeiten unsere besten Leute aus MĂŒnchen, Hamburg, dem Schwarzwald und sogar aus Spanien.

Die Rechnung ist simpel: Warum sollten wir uns auf eine Handvoll Kandidaten beschrĂ€nken, wenn wir aus ganz Europa wĂ€hlen können? Warum sollte ein brillanter Entwickler aus Berlin zu uns nach Frankfurt ziehen mĂŒssen? Spoiler: Muss er nicht.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

In den letzten zwölf Monaten zĂ€hlten wir die Tage, an denen mehr als zwei Personen gleichzeitig im BĂŒro waren. Das Ergebnis: 23 Tage. Bei 250 Arbeitstagen im Jahr.

Unsere Kundentermine? Zu 95 Prozent virtuell. Die Kunden sitzen in Stuttgart, ZĂŒrich oder Wien – ein kurzes Teams-Meeting ist fĂŒr alle Beteiligten praktischer als eine mehrstĂŒndige Anreise.

22.500 Euro Jahresmiete fĂŒr 23 Tage Nutzung. Das sind fast 1.000 Euro pro BĂŒrotag. FĂŒr dieses Geld können wir Besseres tun.

Was wir stattdessen mit dem Geld machen

Unternehmertum bedeutet, Ressourcen klug einzusetzen. SentimentalitÀt ist schön, aber sie zahlt keine Rechnungen und bringt keine Innovation.

Das gesparte Budget fließt ab sofort in:

Team-Events, die wirklich verbinden

Statt tĂ€glich nebeneinander zu sitzen und doch jeder in seinen Bildschirm vertieft zu sein, treffen wir uns gezielt. Quartalsweise Offsites, bei denen wir nicht nur arbeiten, sondern auch Zeit fĂŒreinander haben. Workations, bei denen wir gemeinsam neue Orte entdecken und dabei kreativ werden.

Weiterbildung, die weiterbringt

Konferenzen, Workshops, Zertifizierungen – all das, was unser Team noch stĂ€rker macht. Was frĂŒher ins BĂŒro floss, investieren wir jetzt in Köpfe.

Marketing, das wirkt

Eine professionelle Webentwicklung kostet Geld. Gutes Marketing auch. Beides war bisher oft das erste Opfer, wenn das Budget knapp wurde. Das Àndert sich jetzt.

Remote-First ist mehr als ein Buzzword

Seit dem 20. November 2024 sind wir offiziell eine Remote-First Company. Nicht Remote-Only – das ist ein wichtiger Unterschied.

Wir zwingen niemanden ins Homeoffice. Wer sich mit anderen treffen will, bucht einen Meetingraum im Coworking Space. Wer lieber von zu Hause arbeitet, tut das. Wer mal eine Woche aus Barcelona arbeiten möchte? Solange die Rahmenbedingungen stimmen – nur zu.

Die Infrastruktur steht

Cloud-basierte Systeme hatten wir schon vorher. Sichere VPN-Verbindungen auch. Die Tools fĂŒr virtuelle Zusammenarbeit sowieso. Der Schritt war technisch gesehen ein Kinderspiel.

Kulturell war es eine grĂ¶ĂŸere Umstellung. Aber auch die haben wir gemeistert. Daily Stand-ups funktionieren virtuell genauso gut. Pair Programming ĂŒber Screen-Sharing? Kein Problem. Brainstorming-Sessions? Mit den richtigen Tools sogar produktiver als am Whiteboard.

Was wir dabei lernen

Remote arbeiten ist nicht fĂŒr jeden. Manche Menschen brauchen die klare Trennung zwischen BĂŒro und Zuhause. Andere vermissen den Flurfunk. Wieder andere kĂ€mpfen mit der Selbstdisziplin.

Wir haben gelernt: Kommunikation ist alles. Überkommunikation fast noch besser. Wer remote arbeitet, muss proaktiv sein. Sich melden, wenn etwas nicht stimmt. Fragen stellen, auch wenn sie banal erscheinen. PrĂ€sent sein, auch ohne physische PrĂ€senz.

Die Vorteile ĂŒberwiegen

Keine Pendelzeiten mehr. Flexiblere Arbeitszeiten. Bessere Work-Life-Balance. Zugang zu Talenten europaweit. Geringere Fixkosten. Mehr Budget fĂŒr Dinge, die zĂ€hlen.

Die Liste ist lang. Und sie wird tÀglich lÀnger.

Der emotionale Preis

NatĂŒrlich tut es weh. NatĂŒrlich ist da Wehmut. Der Konferenzraum, in dem wir unzĂ€hlige Strategien entwickelt haben. Die KĂŒche, in der die besten Ideen beim zweiten Kaffee entstanden. Der Balkon, auf dem wir im Sommer die Mittagspause verbracht haben.

Aber Fortschritt bedeutet manchmal, Vertrautes hinter sich zu lassen. Nicht, weil es schlecht war. Sondern weil etwas Besseres wartet.

Was bleibt

Die Menschen bleiben. Die Beziehungen bleiben. Die gemeinsame Vision bleibt. Nur die vier WĂ€nde sind weg.

Und ehrlich gesagt: Die WĂ€nde waren nie das, was GOLLE IT ausgemacht hat. Es waren immer die Menschen. Die Ideen. Die Leidenschaft fĂŒr gute Software und innovative Lösungen.

Ein Blick nach vorn

In fĂŒnf Jahren werden wir auf diese Entscheidung zurĂŒckblicken und wissen: Es war der richtige Schritt zur richtigen Zeit. So wie wir heute auf die GrĂŒndung 2016 zurĂŒckblicken und denken: Gut, dass wir es gewagt haben.

Remote-First macht uns nicht zu einem gesichtslosen Unternehmen. Im Gegenteil. Es macht uns menschlicher. Flexibler. NÀher an dem dran, was wirklich zÀhlt.

Wir investieren nicht mehr in Quadratmeter. Wir investieren in Zukunft. In unser Team. In Technologie, die einen Unterschied macht.

Das BĂŒro ist Geschichte. GOLLE IT fĂ€ngt gerade erst an.


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